Vorreiter Zillertal

Bestmöglich gelingende Bildungsverläufe sind nicht nur die Aufgabe einzelner formaler Bildungseinrichtungen, sondern sie müssen weiter gedacht werden, nämlich durch die Vernetzung möglichst aller an Bildung beteiligter Akteure in der Region – dies ist einer der Leitgedanken der Modellregion Bildung Zillertal. Getragen von diesem Ziel ist die Modellregion bereits seit Schuljahr 2014/15 Realität. Sie ist der eigenständige Tiroler Weg, die Pattstellung in der Weiterentwicklung des Bildungssystems zu überwinden und eine Möglichkeit zu zeigen, was Schule leisten kann.
Die Modellregion belegt, dass Innovation und Weiterentwicklung machbar sind. Unter wissenschaftlicher Begleitung wird aufgezeigt, dass durch Grassrootinitiativen/ Bottom-up-Initativen / lokale protypische Initiativen das zukünftige Bildungssystem mitzugestalten werden kann.

Vorgehen

Im Steuerungsteam verankert sind die Institutionen Abteilung Bildung, Land Tirol (finanzielle Verantwortung) Landesschulrat für Tirol (Bildungspolitische Verantwortung) Universität Innsbruck (Leitung wissenschaftliche Begleitung – Forschung und Evaluation) Pädagogische Hochschule Tirol (Ausarbeitung und operative Umsetzung der Professionalisierung der Lehrenden in Form von begleitenden Fort- und Weiterbildungskonzepte und Beratungsangeboten für die Schulen)

Prozessbeschreibung

Es gab eine Vorlaufzeit, die im März 2013 mit dem bildungspolitischen Willen auf Landesebene begann – Sorgfältige Vorbereitung, bei welcher die wichtigsten Akteure (Begleitung durch Bildungswissenschaftler) festgelegt und die Verantwortlichkeiten geklärt wurden, fiel  der Startschuss mit Schuljahr 2014/15.

Es  folgten erste Begleitforschungsinitiativen zur Ermittlung der Stärken der Schulstandorte und der Region, denn es geht nicht nur darum, bei Kindern die Fähigkeiten, Kompetenzen und Stärken zu erkennen, fördern und nutzbar zu machen, die sie in Zukunft brauchen, sondern auch in den Organisationen (Mittelschulen) und bei den Akteuren (Schulen und Region), die diese Kinder begleiten. Zusätzlich wurden erste vernetzende Professionalisierungsangebote für die Lehrkräfte der Neuen Mittelschulen angeboten.

Im zweiten Jahr erweiterte Begleitforschung mit Gewichtung auch auf Nahtstelle (Volksschulen) sowie außerschulische Partner/-innen erweitert. Zweite Phase der Professionalisierung der Lehrkräfte in enger Abstimmung mit bundesweiten Reforminitiativen (NMS Entwicklung). Besonders wichtig war uns ist hierbei die fortlaufende Rückspiegelung der wissenschaftlichen Erkenntnisse an die Schulstandorte um einer evidenzinformierten Schulentwicklung auch tatsächlich gerecht zu werden.

Im dritten Projektjahr folgten die Weiterführung der Professionalisierung, sowie proaktive Einbindung regionaler Akteure, um nachhaltige Strukturen für die Bildungsregion zu schaffen. Ebenso werden die Rückmeldeschleifen bzgl. Evidenzrückführungen für die Schulleitungsteams durch die Akteure der wissenschaftlichen Begleitung aufrecht erhalten. Es wurde und wird dabei sowohl auf Ebene der Einzelschulen als auch auf Ebene der Region angesetzt. Die Evaluation der Initiativen durch die Akteure der wissenschaftlichen Begleitung findet sich bereits in Vorbereitung.

All diese Aktionen erfolgen in enger Absprache untereinander sowie eingebettet in regionale Entwicklungsstrategien der Schulaufsicht der Bildungsregion Schwaz, in ständiger Begleitung durch regelmäßige Koordinations- und Steuerungssitzungen des Kernteams.




Vorgehen

Erfahrungen

Im Zentrum des Projektes stehen die sieben Neuen Mittelschulen der Region:


Zentraler Ansatzpunkt des Projektes „Modellregion Bildung Zillertal“ ist daher die Arbeit mit den Schulen und ihren Schüler/-innen, ihren Lehrer/-innen, ihren Schulleiter/-innen sowie ihren Eltern und Erziehungsberechtigten. Aus anderen Projekten und durch Erkenntnisse aus der Wissenschaft wissen wir jedoch, dass entscheidend für gelingende Bildungsverläufe junger Menschen auch Kooperation mit Nahtstellen sind (Volksschulen, weiterführende Schulen). Über die formale Bildung hinaus braucht es zudem Akteure, die Verantwortung für eine gelingende Bildung von Kinder und Jugendlichen in der Region übernehmen. Im Laufe des Projektes weist sich das Zillertal als eine Region aus, in der es bereits ein hohes Engagement aller Beteiligten auf allen Ebene gibt, wenn es darum geht gelingende Bildungsprozesse zu gestalten.


Ziele

Ergänzend zu diesem – als bildungspolitischer Anspruch – formulierten Ziel, werden durch die fundierte wissenschaftliche Begleitung relevante Gelingensbedingungen für eine Gemeinsamen Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen ermittelt, die wiederum prototypisch für weitere Bildungsvorhaben genutzt werden können. Eine Gemeinsame Schule bedeutet auch, Bildung in der Region als gemeinsames Anliegen zu verstehen. Ziel ist es daher auch, formale Bildungseinrichtungen zu öffnen und Bildung von allen als einen ganztägig erfolgenden Prozess zu verstehen. Überdies sollen am Ende der begleiteten Phase der Modellregion weiterführende formale Strukturen in der Region geschaffen worden sein,  die ein allgemeinbildendendes Angebote für die Jugendlichen über die Sekundarstufe 1 hinaus zu gewährleisten.

„Mit der Modellregion Zillertal setzt die Tiroler Landesregierung ein sehr starkes Signal für innovative Bildung in der Sekundarstufe I. Vorrangiges Ziel ist, die besten Bildungsmöglichkeiten für alle Schülerinnen und Schüler direkt in der Region in einer Gemeinsamen Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen sicher zu stellen. Alle Kinder erhalten in den Neuen Mittelschulen vor Ort ihren individuellen Bedürfnissen entsprechende Unterstützung in ihrem persönlichen Lernen.“
Frau Landesrätin Dr. Beate Palfrader