16 Visionen für die Bildung

Ausgearbeitet in Seminargruppen bei der Bildungskonferenz Zillertal 2017

Ausgehend von der Leitidee wie Bildung in der Region gelingen kann ist eine Perspektive entstanden, die eine Verankerung von Bildung im Herzen der Region angesiedelt ist. Damit dies gelingen kann ist es wichtig, dass jede/-r Verantwortung für dieses tragfähige Miteinander übernimmt. Entsprechend ihr professionsspezifischen Bereichen verantworten die Bildungspartner ihre Bereiche – Lehrer/-innen, Eltern und Erziehungsberechtige, Schüler/-innen – abgebildet in der Mitte des Modells. In der weiteren Ausführung des Modells betonten die Gestalter/-innen auch wie wichtig es sei bei den Partnern Betroffenheit und Involviertheit auslösen zu können. Die Dreidimensionalität, die das Modell charakterisiert soll auch Entwicklungsperspektiven für jungen Menschen mehrdimensional anregen. Als subtiler sommerlicher Gruß sollen die grünenden Bäumchen verstanden werden ;-)

Wie bereits heute, greift die Perspektive dieser Gruppe die vier entscheidenden Säulen im Bereich Bildung auf. Dies sind zum einen die schulische Bildung, die Gemeindevertreter, die Wirtschaftspartner und die sozialen Einrichtungen. Diese sind lose miteinander Vernetzt, was durch die verbindenden Strukturen dargestellt wird. Besonders betont wurde hierbei, dass die Vernetzung nicht zu straff sein sollte, sondern flexibel und locker gestaltet werden könne. Das Kernelement dieses 3D-Modells ist eine Fernbedienung, diese steht für neue technologische Möglichkeiten, die sich im Bereich der Vernetzung ergeben können. Fremdsprachenunterricht sieht in den kommenden Jahren dann vielleicht so aus, dass eine Videokonferenz mit einem Lehrer in London möglich wäre oder auch andere lokale Vernetzungen vermehrt mit Hilfe digitaler Strukturen erfolgen kann (Plattformen, neue digitale Strukturen schaffen etc.). Die Perlen im Modell symbolisieren die Kompetenzen, die Nähe und Distanz der Kompetenzen bilden die Entwicklungsmöglichkeiten ab. Ein zentrales Anliegen der Gruppe war es weg von Noten und hin zu Berechti-gungsprofilen zu gelangen. Profile, die die Kompetenzen der jungen Menschen abbilden können – die Fahnen ergänzen noch wie eine unterschiedliche Ausprägung von Kompetenzen abgebildet werden könnten.

Betrachtet man die Perspektive, die diese Gruppe erstellt hat, so wuselt es erst einmal gewaltig im 3D-Modell. Die vielen bunten Stränge stehen für das weitvernetzte Bildungssystem, das in einigen Fällen auch nicht immer transparent ist. Die Klammern, die an den Strängen des Systems „nagen“ sind Lernende, die oft mehrere Stränge „anknabbern“. Sichtlich markant ragen mehrere Stränge kerzengerade in die Höhe – dies, so die Gruppe – symbolisiere Bildungswachstum. „Wenn Bildung durch die Decke schießt.“ Das kann alleine passieren, aber auch im Team. Die vie-len Wege, die in Richtung Bildungssystem laufen kommen von vielen verschiedenen Seiten und es kann sich hierbei um unterschiedliche Bildungspartner und Zugänge handeln, aber auch Wege die nach dem Durchlaufen des Bildungssystems, neu bestritten werden können.

Dass Bildung in den kommenden Jahren breiter und vernetzter gedacht werden muss, steht in diesem Modell im Zentrum. Ausgehend von einem Kern, der durch unterschiedliche Lernhäuser symbolisiert wird, bietet das umliegende Areal jungen Menschen sämtliche Entfaltungsmöglichkeiten, dies es benötigt, um bestmögliche Bildung gelingen zu lassen. Der Schulteich und die Musiknoten zeigen die informallen Angebote, die jungen Menschen frei zur Verfügung stehen sollten. Das etwas abgelegene Haus versinnbildlicht eine Mensa, die es, da es sich um ein Bildungsangebot handelt, dass in einer ganztägigen Form stattfinden soll, in welcher alle Schüler/-innen gemeinsam zu Mittag essen. Wichtig war der Gruppe auch Räume zu schaffen, in der alle Bildungspartner integriert werden können. Kooperationsmöglichkeiten zu schaffen, in welchen sowohl der Tischler als auch die Beratungslehrerin ihre Berechtigung finden. Die Schienen und Wege, die zu den Häusern führen sind die unterschiedlichen Wege, die die jungen Menschen oft gehen, um zu den Bildungsstätten zu gelangen.

Lebensraum Schule bedeutet eine Vernetzung aller relevanten Projektpartner im Bereich Bildung. Von der Familie bis hin zu externen Experten sollen alle mitwirken damit eine Inklusion und Integration entsprechend den Bedürfnissen der Schülerinnen gewährleistet werden kann. Ein ganztägiges und gemeinsames Schulsystem ermöglicht im entsprechend gestalteten Raum die Pädagogik, um möglichst flexible Angebote zu schaffen. Der Raum wird als dritter Pädagoge neben Lehrer und Mit-schüler verstanden. Ziel ist es, in einem optimalen Lernumfeld ein hohes Wohlbefinden und eine große Freude am Lernen zu schaffen. In der Vision der Gesamt-schule für alle 10 bis 16-jährigen findet die Einbindung der PTS und die Möglichkeit eines einjährigen, integrierten Berufsvorbereitungsjahres ihren Niederschlag.

Vier Säulen sollen das Fundament der Bildungsgerechtigkeit tragen. Einen enorm wichtigen Teil dazu trägt die Flexibilisierung der Pflichtschuljahre bei. Unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten der Schülerinnen und Schüler und deren Talente sollen flexibel ermöglicht werden. Ein weiterer Bestandteil ist die Förderung besonderer Stärken in der Modellregion Zillertal. Talente sollen in den Schulen und auch außerschulisch mit entsprechenden Angeboten gefördert werden. Sprache, Mathematik, Sport und vieles mehr gehören zu diesen Bereichen. Dazu sollen als dritte Säule auch externe Experten zu Rate gezogen werden. Sie sollen guten Schülern ebenso unter die Arme greifen wie den lernschwächeren Mitschülern. In den nächsten acht Jahren soll ein eigener Organisationsreferent für die Umsetzung sorgen. Dieser steht in enger Verbindung mit den Schulen und deren Leitern und vernetzt die unterschiedlichen Anliegen. Jeder Mensch soll entsprechend seinen Fähigkeiten die bestmögliche Bildung erhalten.

Bis 2025 sollen die Inhalte umgesetzt werden. Dieser Zeitraum wurde bewusst gewählt, um die Vision nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern tatsächlich zur Umsetzung zu bringen. Die Vernetzung aller Bildungspartner in der Region soll dabei zum Erfolg führen. So kann ein ganzheitliches Bildungsangebot geschaffen werden. Die Partner Eltern, Pfarre, Schulen, externe Experten, Unternehmen, Schulerhalter Eltern und Vereine sollen den Austausch pflegen und das Netzwerk mit Leben füllen. Denn nur ein nachhaltiges Angebot stärkt die Gesamtregion Zillertal!

Das 3D-Modell in der vorliegenden Fassung soll nicht interpretiert werden. Bildung wird aktuell als Konstrukt mit eingeschränkten Spielräumen verstanden. In Zukunft soll das Bildungssystem offener gestaltet werden und Möglichkeiten für Flexibilität und Vernetzungen. So kann auch die Vision bestmöglich erfüllt werden.

Das Projekt hat als Ziel, 14-Jährigen attraktive Möglichkeiten zu schaffen und Teil des Tales zu bleiben und hier ihre Ausbildung und Heimat zu finden. Einerseits soll ein zentrales Schulzentrum geschaffen werden, andererseits ein besonderes Augenmerk auf ein schulfreundliches Verkehrskonzept gelegt werden. Unter einem Dach der gemeinsamen Schule könnten attraktive Zweige wie Sport und Musik in einer AHS-Form sowie einen technischen Zweig gleich den HTLs zusammengeführt werden. Somit gäbe es das notwendige Angebot an einem Ort.

Das Projekt soll eine gemeinsame Identität schaffen und verschiedene Aktionen die Zillertaler näher zusammenbringen. Als ein Beispiel wird der „Chor-Zentral“ in Angriff genommen. Über einen regional agierenden Chor soll neben dem gemeinsa-men Singen die Chance genutzt werden, einen Einblick in den Schulbetrieb der jeweils anderen Orte zu bekommen und einen Austausch zu finden. Die Schulleiter sollen angesprochen werden, gemeinsam aktiv zu werden.

Es geht um das Miteinander in der Schule sowie in der Freizeit. Es sollen Wege zur gewaltfreien Konfliktlösung gezeigt werden – dafür benötigt es echte Konfliktkompetenzen. Deshalb müssen Kinder bereits ab dem Volkschulalter in dieser sozialen Kompetenz geschult werden. Den jungen Menschen soll bereits früh beigebracht werden, kooperative Verhaltensmuster zu übernehmen und konkurrierende zu vermeiden. Die Schulleiter des Zillertals sollen in gemeinsamer Arbeit einen Schwerpunkt gegen Gewalt setzen und konkrete Unterrichtsanleitungen entwickeln, welche dann in allen Schulen tatsächlich umgesetzt werden.

Es ist nötig, ein echtes Haus der Bildung, das der gesamten Region zur Verfügung steht, entstehen zu lassen. Dort vernetzen sich alle Bildungsakteure und schaffen im gegenseitigen Austausch eine Bildung für ein besseres Miteinander im Zillertal. Es soll ein echter „Zillertaler Bildungsvertrag“ zwischen den Orten geschlossen werden, welcher das Thema Bildung in den Vordergrund heben soll.

Die Vernetzung von verschiedenen Häusern schafft gemeinsame Verantwortung und zeigt auf, dass für gute Bildung nicht nur die Schule alleine verantwortlich ist. Für unser Tal ist zudem der Ausbau eines freiwilligen Betreuungsangebots wichtig und es braucht Partner für die Schulen. Gemeinsam sollen Infoangebote geschaffen werden und mehr Praxis soll durch eine verlängerte NMS (10. Schulstufe) zu den Schülern gebracht werden.

Jeder Baum braucht feste Wurzeln um kräftig Blühen zu können. Die Wurzeln sind vor allem die Schüler bzw. junge Menschen, welche das Fundament bilden. Innerhalb von nur einer halben Stunde zur besten Bildung im Zillertal lautet die Vision, welche der verzweigte Baum mit seinen verschiedenen Bildungsangeboten ausdrückt. Die Blätter sollen noch weiter ausreifen und breite Angebote ermöglichen.

Die Verknüpfung aller Angebote soll stattfinden, egal wie abgelegen etwas ist. Bei Groß und Klein sowie Jung und Alt ist Vernetzung das Wichtigste. Kinder sollen sich aussuchen können, an welche Schule sie gehen wollen und auf welchem Schwerpunkt sie sich spezialisieren möchten. Dazu braucht es aber auch genug Ressourcen und ausreichende Unterstützung für die Lehrpersonen. Zusammen mit Vereinen soll ein ganzheitliches Angebot geschaffen werden und diese Vernetzung mit den Schulen sollen wiederum zu einem ganzheitlichen regionalen Denken führen.

Das Modell beschreibt sich selbst und drückt aus, was es an Bildung und Möglichkeiten in einer Region braucht. Es ist chaotisch, doch wenn man es länger auf sich wirken lässt, so wird die Vision von einer Schule für bestmöglichste Bildung für alle Kinder mit jederlei Hintergrund erkenntbar. Dazu braucht es die Professionalätt der Lehrpersonen.

 

 

Investitionen in die jungen Menschen

Investitionen in die jungen Menschen

Die wichtigsten Investitionen sind heute nicht mehr die in Gebäude, Straßen oder Anlagen. Es sind die Investitionen in die Köpfe der jungen Menschen. In einer sich rasant entwickelnden Zeit mit der fortschreitenden Digitalisierung aller Lebensbereiche ist einzig und allein Bildung die Möglichkeit am Puls der Zeit zu bleiben. Für Regionen ist es die wirksamste Möglichkeit im Wettbewerb zu bestehen. Wer eine Region und seine Menschen stärken und nachhaltig entwickeln will, muss daher die Bildung der jungen Menschen an die erste Stelle setzen. Dafür ist die Modellregion Bildung Zillertal der richtige Ansatz. Nach der infrastrukturellen Erschließung und der erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung heute Bildung die zentrale Herausforderung in der Regionalentwicklung.

Modellregion schafft regionale Identität

Identifikation und emotionale Bindung zur Region entstehen in der Kindheit und Jugend. Die beste Voraussetzung dafür sind Schulen in der Region, die alle Chancen für die Zukunft eröffnen und so dafür sorgen, dass die jungen Menschen gerne im Tal bleiben. In der täglichen Begegnung der Schülerinnen und Schüler und in der Auseinandersetzung mit dem Leben, der Natur und der Wirtschaft im Tal entstehen die tragfähigen sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die für eine gute Entwicklung des Tales unverzichtbar sind. In einer Zeit der unbeschränkten Mobilität und der großen Anziehungskraft der Ballungsräume sind regionale Identität und das gesunde Bewusstsein der eigenen Stärken unverzichtbar für eine nachhaltige Entwicklung des Tales.

Modellregion schafft regionale Identität
Modellregion stärkt die regionale Wirtschaft

Modellregion stärkt die regionale Wirtschaft

Die Schule betrifft schon lange nicht mehr nur Schüler/-innen, Pädagoge/-innen und Eltern. Deshalb setzt die Modellregion auf die Kooperation mit Gemeinden, Wirtschaft, Vereinen, Wissenschaft und allen, denen Bildung wichtig ist. Das zentrale Anliegen der Wirtschaft ist es, die richtigen Mitarbeiter/-innen zu bekommen. Die jungen Menschen müssen die passende Position im Leben und in der Wirtschaft finden. Die Modellregion zeigt den Schülerinnen und Schülern die Chancen, die sich im Tal eröffnen, auf und aus der Modellregion entstehen auch neue Chancen. Das fortschrittliche Bildungsmodell im Zillertal ist nicht auf kurzfristige Effekte ausgelegt, wird aber mittel- bis langfristig wesentlich zur Stärkung der regionalen Wirtschaft beitragen.